Goethes Barometer: Der Blick des Dichters auf die Zeit

Das Bild zeigt die unterschiedliche Wirkung des atmosphärischen Drucks auf das Barometer | Goethe Haus Palermo
Veränderungen des atmosphärischen Drucks, aufgezeichnet von Goethes Barometer

Goethes Barometer

Ein Dichter zwischen Wolken und Strömungen

Johann Wolfgang von Goethe interessierte sich in seiner vielseitigen Tätigkeit als Wissenschaftler besonders für die Meteorologie. Er beobachtete den Himmel, notierte Druckschwankungen, Wolkenbewegungen, die Richtung von Strömungen und versuchte so, die Geheimnisse des Klimas zu ergründen.

Sein Interesse an der Meteorologie ist gut dokumentiert. Im Dezember 1822 stellte er zum Beispiel vergleichende Tabellen mit barometrischen Werten zusammen, die in Städten wie Weimar, Jena, London und Boston gemessen wurden, und stellte dabei verblüffende Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Orten und Höhenlagen fest. Dies war Teil seines Bestrebens, die Natur als einen lebendigen, zusammenhängenden Organismus zu begreifen.

Obwohl Goethe das Objekt, das heute als ‚Goethes Barometer‘ bekannt ist, in seinen Schriften nicht direkt erwähnt, spiegelt dieses Instrument perfekt seine phänomenologische Herangehensweise an die Wissenschaft wider: die Natur durch direkte Beobachtung, die Sinne, die Erfahrung zu erkennen, anstatt sie auf abstrakte Formeln zu reduzieren.

Daher führte die Entdeckung des Instruments in seinem Zimmer nach seinem Tod 1832 in Verbindung mit seiner bekannten Leidenschaft für die Wissenschaft zu der Idee, dass er sein Erfinder war und dass es sich daher um ‚Goethes Barometer‘ handelte.

Mit diesem einfachen barometrischen Glasgefäß, das mit gefärbtem Wasser gefüllt war und über einen offenen Ausguss verfügte, der mit der Außenwelt in Verbindung stand, konnte er die Veränderung des Wetters aufzeichnen: Der Pegel der Flüssigkeit im Ausguss stieg oder fiel entsprechend der Veränderung des atmosphärischen Drucks und lieferte so eine unmittelbare, visuelle, fast poetische Lesart der klimatischen Veränderungen.


Ein Symbol für den universellen Geist

Porträt von Goethe neben dem Barometer

Goethes Barometer ist mehr als nur ein meteorologisches Instrument. Es ist das Symbol seines universellen Geistes – seines Wunsches, die Welt als Dichter, Wissenschaftler und Philosoph gemeinsam zu erleben. In den leichten Schwankungen der Flüssigkeit, in der stillen Bewegung nach oben oder unten, spiegelt sich seine Vision von Wissen wider: ein sensibles, harmonisches, gelebtes Wissen.

Heute findet man Repliken dieses eleganten Objekts in Wohnungen, Museen und Ausstellungen. Nicht nur als wissenschaftliche Instrumente, sondern auch als Zeugnisse eines Geistes, der Beobachtung und Kontemplation miteinander verbinden konnte.


Zu Besuch in der Welt von Goethe

Ein Barometer im Stil Goethes wird oft in den Museen von Weimar oder Frankfurt ausgestellt und kann jeden kulturellen Raum bereichern, der seinem Vermächtnis gewidmet ist. Ein Exemplar wird auch im Goethehaus in Palermo aufbewahrt.

Goethe Haus Palermo

Un sito sulla straordinaria figura di Goethe.

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